Max von der Nahmer

Ausgangssituation

Wie löst man die Herausforderung, den Grad der Detaillierung für mehrere unterschiedliche Besuchertypen zu bedienen? Wie behandelt Google in diesem Kontext versteckte / teils inaktive Inhalte, die für den Nutzer nicht direkt sichtbar sind wenn dieser auf Website ankommt? Dies zu verstehen hat wesentliche Auswirkungen darauf, mit welchen Methoden Publisher Inhalte und Informationen präsentieren. Es geht hierbei nicht um Cloaking-Techniken oder darüber, Nutzer und Suchmaschine unterschiedliche Inhalte zu zeigen – nein, wir meinen Inhalte, die via Tabs oder Click-to-Expand Anzeigen angeboten werden. Denn dies sind zulässige Methoden, die es den Lesern erleichtern, große Mengen an Text zu verarbeiten. Werden Webseiten dafür bestraft, Inhalte auf diesem Weg darzustellen? Wie immer gibt Google uns innerhalb seiner Richtlinien keine klaren Ja- oder Nein-Antworten. Wie sehen Googles Richtlinien zu versteckten Inhalten aus, wenn dabei JavaScript und CSS genutzt werden?

Ressourcen

Die Vor- und Nachteile von verstecktem Inhalt, der auf der Nutzung von JavaScript und CSS basiert (display:none) wurden bereits in diversen Debatten der SEO Branche diskutiert. Auch die von Google nach und nach hinzugefügten Anmerkungen haben zur Verwirrung beigetragen:

John Mueller, Google John Mueller von Google gibt an, dass Google versteckten Inhalt weder in den Index noch ins Ranking aufnehmen könne. Innerhalb eines Google+ Hangout Chats im darauffolgenden Monat, wiederholte John dies und fügte hinzu, versteckte Inhalte würden bereits seit einigen Jahren ignoriert. https://www.seroundtable.com/google-hidden-content-tabs-19534.html
Gary Illyes, Google Gary Illyes der Firma Google leistete einen Beitrag zu einem Forumsthema auf Stack Overflow und bot eine Erklärung dazu an. Er gab an, dass dieser Art von Inhalt wesentlich weniger Gewicht im Ranking zugesprochen werde. http://stackoverflow.com/questions/31521462/search-engine-indexing-of-single-page-applications/31535615#31535615
Gary Illyes, Google In einem unabhängigen Stack Overflow Thema desselben Themas bestätige Gary Illyes erneut, dass Google Inhalte dieser Art in den Index aufnimmt, das Gewicht des Inhalts aber geringer sein wird, da dieser versteckt ist. http://stackoverflow.com/questions/31637880/are-search-engines-going-to-see-my-dynamically-created-content-in-bootstrap-tabs/31638926%2331638926
Matt Cutts, Google This practice is acceptable within Google’s webmaster guidelines, if and only if, it is being done in a non-spammy way. http://searchengineland.com/googles-matt-cutts-on-hidden-text-using-expandable-sections-youll-be-in-good-shape-167753
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Bewertung

Derzeit wird also davon ausgegangen, dass Google diese Inhalte (dazu gehören jene, die mit Tabs verdeckt werden, Accordion-Effekt-Seiten oder jegliche andere Elemente, die mithilfe von Javascript Inhalte aufdecken) nicht in der gleichen Weise behandelt wie normal sichtbaren Inhalt. Allerdings findet sich versteckter Inhalt im Index wieder, sodass Webseiten im Ranking für Suchphrasen erscheinen können, wenn jene mit dem Inhalt aus versteckten Bereichen in Zusammenhang stehen. Einige entscheidende Anmerkungen:
  • Elemente wie Dropdown-Listen, die zusätzliche Navigationsleisten beherbergen oder Funktionen wie die Teilen-Buttons der sozialen Netzwerke sind von diesen Bedenken ausgeschlossen. Die oben genannten Richtlinien beziehen sich ausdrücklich auf den Inhalt der Hauptseiten.
  • Google wird innerhalb von Search Snippets allgemein keinen Text anzeigen oder hervorheben, der durch das CSS Kommando display:none versteckt ist. Das bedeutet, dass eine Seite, die versteckte Inhalte passend zur Suchanfrage hat, in den Ergebnisseiten von Suchmaschinen erscheinen können. Allerdings wird das Search Snippet den relevanten Inhalt nicht anzeigen, was den Nutzer davon abhält, das Ergebnis anzuklicken.

Was bedeutet das für meine Webseite?

Ein einfaches Beispiel um die Richtlinien in einen Zusammenhang zu stellen: Wenn es sich um eine E-Commerce Seite handelt, die Produktbeschreibungen innerhalb eines JavaScript basierten Accordions beherbergt, kann wahrscheinlich eine Abwertung des Inhalts durch Google beobachtet werden. Was nicht vergessen werden darf ist die Tatsache, dass es keine konkrete Vorgabe seitens Google gibt, die genau erklärt wie eine Seite, die JavaScript zum Verstecken und Enthüllen von Inhalten nutzt, bewertet wird. Genauso wenig ist spezifisch vorgegeben, welche Methoden akzeptabel sind und welche nicht. Auch fortgeschrittene CSS Techniken sind dazu in der Lage, mithilfe des :hover Ereignisses Inhalte zu verstecken und aufzudecken. Es ist möglich, dass Google diese Methoden künftig in gleicher Weise betrachtet wie den display:none Befehl. Deshalb ist es notwendig, die von Google geförderten Richtlinien zu berücksichtigen und nach entsprechender Recherche eine Entscheidung zur richtigen Herangehensweise zu treffen. Es gibt hierbei keine pauschale Empfehlung, sodass jede Seite individuell beurteilt werden muss.

Warum wertet Google versteckte Inhalte ab?

Googles Fokus liegt darauf, sicherzustellen, dass der Nutzer die Suchergebnisse so gut wie möglich erfährt. Würde der Algorithmus versteckten Inhalten, die JavaScript nutzen, volles Gewicht zusprechen, könnte dies beeinträchtigt werden. Nehmen wir beispielsweise an, dass ein Nutzer nach einem Begriff sucht, der mit dem Inhalt einer Seite übereinstimmt – aber eben nur mit dem versteckten Bereich. Der Nutzer klickt dann auf das Suchergebnis und landet auf der Seite, kann die gesuchte Information jedoch nicht sofort sehen, da sie versteckt ist. Er gibt auf, kehrt zu den Suchergebnissen zurück und entscheidet sich für eine andere Webseite. Dies ist nach Googles Einschätzung keine hochqualitative Nutzererfahrung, sodass der Inhalt der versteckten Bereiche niedriger gewichtet wird.

Sollten Inhalte versteckt werden? Was hilft bei der Entscheidung?

Für Seiteninhalte ist folgende Kernregel zu beachten: Wo auch immer möglich sollte Inhalt, der als relevant zum primären Thema der Seite betrachtet wird, für den Leser nach Laden der Seite direkt ersichtlich sein ohne durch JavaScript versteckt zu werden. Inhalte zu verstecken, die nur von zweitrangiger Wichtigkeit gegenüber dem Hauptthema der Seite sind, ist in Einzelfällen sinnvoll. Es ist jedoch erforderlich, dies zu durchdenken, um eine angemessene Balance zu finden und sicherzustellen, dass diese Methode nicht überbeansprucht wird.

Welche Fragestellungen gilt es zu berücksichtigen?

  • Würde der Nutzer erwarten, diesen Inhalt sofort zu sehen, wenn die Seite geladen ist?
  • Erklärt oder beantwortet der Inhalt Schlüsselbegriffe in Bezug auf die Seitenthematik?
  • Enthält der Inhalt Schlüsselinformationen, die die Kaufentscheidung des Nutzers beeinflussen?
  • Würde das Verstecken des Inhaltes die Nutzererfahrung der Seite in anderer Weise schädigen?
  • Falls der Inhalt zweitrangig zum Seitenthema ist – würde er von einer eigenen Seite profitieren?

Zusammenfassend

  • Versteckte Inhalte innerhalb von Tabs, Accordions oder andere Elemente, die auf einer Enthüllung durch JavaScript basieren, werden wahrscheinlich von Google anders behandelt und als unwichtiger bewertet.
  • Deshalb müssen Publisher wohlüberlegt vorgehen und diese Methoden nur anwenden, um Inhalte zu verstecken, die von zweitrangiger Wichtigkeit zum Hauptthema der Seite oder zugehörigen Themen sind.
  • Inhalte müssen immer sichtbar werden können und sollten niemals mutwillig versteckt werden.
  • Der Einsatz von Hidden Content bedarf einer genaueren Analyse jeweils im Kontext des Einsatzgebietes.
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Max von der Nahmer

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