Max von der Nahmer

Ein priorisiertes Backlog hilft zu verstehen, was als nächstes auf der Agenda steht. Doch manchmal ist es schwer zu bestimmen, wo man steht und in welche Richtung man gehen soll und zwar insbesondere wenn man ein großes Projekt strukturieren muss, welches bereits hunderte Stories und/oder Probleme mit sich bringt.

Um diese Situationen zu lösen, ist es sehr hilfreich, die Roadmap und das Backlog mit Hilfe einer Story Map zu organisieren.

Eine User Story Map ordnet User Stories in einem nützlichen Modell an und hilft damit, die Funktionalität des Systems zu verstehen, Lücken und Versäumnisse im Backlog zu erkennen und auf effektive Weise ganzheitliche Releases planen zu können, die sowohl Nutzern als auch Unternehmen Verbesserungen bieten können.

Aufbau einer Story Map

Beim Story Mapping werden via Top-down-Ansatz Anforderungen erfasst und als Baumstruktur repräsentiert. Story Mapping beginnt mit einer allumfassenden Übersicht. Diese Übersicht wird mithilfe von Zielen geschaffen. Ziele werden durch die Vervollständigung von Aktivitäten erreicht. Und um Aktivitäten zu vervollständigen, müssen die Nutzer Aufgaben erledigen. Diese Aufgaben können in User Stories umgewandelt werden.

Story Map Vorgehen

Die grundsätzliche Basis einer Story folgt dem folgenden Schema: Ziele > Aktivitäten > Aufgaben > Stories. So können Sie vorgehen, um eine User Story Map zu entwickeln.
  • Formieren Sie eine Gruppe, die das Produkt und die Interessen der Zielgruppe genau verstehen.
  • Beginnen Sie damit, die Hauptaufgaben der Nutzer des Projekts/der Anwendung zu erfassen – die ‚Dinge, die Menschen tun‘.
  • Jede Person nimmt hierfür ein farbiges Post-it und schreibt für sich eine Nutzeraufgabe auf das Post-it. Dies sind die wichtigsten User Stories, die "User Aktivitäten" genannt werden und das "Walking Skeleton" (die einfachste Umsetzung eines kompletten Funktionsbereiches) der Map bilden.
  • Bitten Sie das Team, die Post-it's in Eigenarbeit zu gruppieren. Aspekte, die ähnlich sind, sollten zusammen gruppiert werden und Aspekte, die sich unterscheiden, weiter voneinander entfernt werden.
  • Mit einem andersfarbigen Post-it wird nun jede Gruppe benannt, dieses Post-it befindet sich oberhalb der jeweiligen Gruppe.
  • Arrangieren Sie die Gruppen von links nach rechts in der Reihenfolge, in der ein Nutzer typischerweise die Aufgaben ausführen würde. Die Gruppen heißen "User Tasks" und bilden das Rückgrat der Map.

  • Wenn der Rahmen der Map feststeht, können detailliertere User Stories unterhalb jeder User Aufgabe hinzugefügt werden bevor die Map in Veröffentlichungen / Sprints aufgeteilt wird.
  • Schließlich werden alle User Stories des ersten Sprint besprochen.

Story Map Struktur

User Activity 1User Activity 2
User Task 1.1User Task 1.2User Task 2.1User Task 2.1
User Story 1.1.1User Story 1.1.2User Story 1.2.1User Story 1.2.2User Story 1.3.1User Story 1.3.2User Story 1.4.1User Story 1.4.2
User Story 1.1.3User Story 1.1.4User Story 1.2.3User Story 1.2.4User Story 1.3.3User Story 1.3.4User Story 1.4.3User Story 1.4.4

Vorteile von Story Mapping

  • Story Mapping erlaubt uns, den Gesamtzusammenhang unseres Backlogs zu erkennen.
  • Es dient als hilfreiches Werkzeug, um Entscheidungen bezüglich Präparation und Priorisierung unseres Backlogs zu treffen.
  • Es fördert sowohl stilles Brainstorming und schafft einen gemeinschaftlichen Ansatz um User Stories zu generieren.
  • Es ermutigt zu einem Entwicklungsansatz, der immer wiederholt werden kann
  • Es bietet eine großartige visuelle Alternative zu traditionellen Projektplanungen.
  • Es dient als nützliches Modell um Funktionsbereiche zu diskutieren und zu managen.
  • Es erlaubt die Visualisierung von dimensionaler Planung als auch realen Möglichkeiten des Projekts/Produkts.
  • Die visuelle Präsentation des Produkt Backlogs bringt alle Interessensvertreter auf den gleichen Stand, was Bereiche und Komplexität betrifft.
  • Auch kann indirekt die Projektgröße betrachtet werden.
  • Anforderungen, die physisch festgehalten werden, fördern Zusammenarbeit und schaffen ein gemeinsames Verständnis.

Zusammenfassung

  • Da der Beginn für gewöhnlich einem zeitlich beengten Rahmen unterliegt, hilft der Story Map Ansatz dabei, tiefer einzutauchen und sich auf die wichtigen Merkmale der Anwendung zu konzentrieren. ‚Nice to have‘-Features während dieser Zeit als ‚außerhalb des Rahmens‘ zu markieren, spart Zeit.
  • Interessanterweise fällt es dem Team in der Regel leichter, die Stories zu bewerten, wenn diese sich graphisch sortiert vor einem befinden.
  • Die Story Map Struktur hilft bei der Priorisierung und erlaubt eine schnelle Aufteilung des Backlogs in Releases sowie die Herausarbeitung des Minimalprodukts (MVP). Das Aufteilen des Backlogs kann vertikal oder horizontal erfolgen. Jedes Feature kann mehr oder weniger Bestandteile des Minimalprodukts enthalten.
  • Die Story Map kann für agile Projektmanagement Tools wie Mingle als Produkt Backlog umgewandelt werden.
  • Story Mapping ist ein effektives Werkzeug um zu Projektbeginn einen Produkt Backlog zu schaffen, der visuell strukturiert ist. Es hilft dabei, ein gemeinsames Verständnis aufzubauen, Lücken im Backlog zu identifizieren, Wechselwirkungen zu erkennen und eine bessere relative Ausmessung vorzunehmen. Außerdem kann es bei der Aufteilung und der Release von geplanten Aktivitäten helfen.
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Max von der Nahmer

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